In einer Zeit gesellschaftlicher Spaltung und algorithmischer Meinungsbildung steht die Schule vor enormen Herausforderungen. Als einzige Institution erreicht sie nahezu alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von sozialer Herkunft oder kulturellem Hintergrund. Doch Schule steht selbst unter Druck durch antidemokratische Positionen und Einwirkungen von außen. Wie also kann Schule ihrer Verantwortung als demokratisches Fundament gerecht werden?
Während politische Informationen und Meinungsbildung zunehmend über Social-Media-Plattformen und KI-Chatbots stattfinden, muss Schule als Korrektiv fungieren. Sie kann gesellschaftliche Spaltungstendenzen auffangen und jungen Menschen die Chance geben, sich als mündige Bürger*innen zu entwickeln. Durch Schülervertretungen, Klassenräte und partizipative Unterrichtsformen wird Demokratie zur erfahrbaren Realität.
Doch welche Unterstützung benötigen Lehrkräfte, um als Demokratievermittler*innen zu wirken? Wie kann Medienkompetenz als demokratische Kernkompetenz verstanden werden? Und wie können alle Akteure der Bildungslandschaft zusammenwirken, um das Entstehen von Echokammern und Parallelgesellschaften zu verhindern?
Das Dialogformat geht über traditionelle Podiumsdiskussionen hinaus und setzt auf dynamischen Austausch zwischen Panelgästen und Publikum. Pro Panelgast wird je eine halbe Stunde mit einem eigenen Fokusthema diskutiert – beginnend mit einer kurzen Key Note, gefolgt von interaktivem Austausch mit den Teilnehmenden. Nach den vier Sessions ist Zeit für Get-together und weiteren Austausch bis 20:00 Uhr. Gemeinsam erarbeiten wir konkrete Handlungsansätze und Best-Practice-Beispiele für eine Schule, die als Demokratie-Labor fungiert und gesellschaftlichem Auseinanderdriften entgegenwirkt.
Dr. Julia Freudenberg
promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Leiterin der Hacker School gGmbH in Hamburg. Sie bringt technische Expertise zur Rolle von KI und Algorithmen in der demokratischen Bildung ein und zeigt auf, wie Bildungsinstitutionen durch Vermittlung digitaler Mündigkeit junge Menschen befähigen können, algorithmische Systeme kritisch zu hinterfragen und demokratische Teilhabe in einer digitalen Welt zu stärken.


Björn Nölte
Schulrat der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO (Berlin/Brandenburg) und ehemaliger Lehrer für Deutsch, Geschichte und politische Bildung. Als Gründungsmitglied des Instituts für zeitgemäße Prüfungskultur bringt er praxisnahe Expertise zu zeitgemäßer Lernkultur ein. Besonders relevant ist sein Engagement für digitale Mündigkeit als demokratische Kernkompetenz und seine Arbeit an innovativen Bildungskonzepten.
Anja Tempelhoff
Leiterin der Abteilung „Schule in der digitalen Welt“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e.V.. Mit ihrer Expertise zur digitalen Transformation des Bildungswesens fokussiert sie auf die fundamentale Bedeutung souveräner IT-Architekturen als Grundlage für demokratische Bildung. Sie verdeutlicht, wie technologische Infrastrukturen und Datenhoheit zutiefst demokratische Fragen aufwerfen.


