Panel-Diskussion auf der didacta

Lust, Macht und Gewalt – Was Dark Romance und Romantasy über Geschlechterrollen lehren und warum die Schule mitreden sollte 

Plattformen wie TikTok haben das Leseverhalten junger Menschen revolutioniert. Bücher aus den Genres Romantasy und Dark Romance, die dort viral gehen, prägen nicht nur die Bestsellerlisten, sondern auch die gesellschaftliche Diskussion über Geschlechterrollen, Macht und Beziehungen.

Diese Romane, die oft von Frauen für Frauen geschrieben werden, bewegen sich in moralischen Grauzonen: Sie zeigen (starke) weibliche Protagonistinnen, die sich in gefährlichen, von Machtgefällen geprägten Beziehungen wiederfinden.

Doch die Darstellung dominanter, gewaltvoller männlicher Figuren, denen Frauen verfallen, wirft brisante Fragen auf: 

Fördern diese Geschichten ein emanzipiertes Frauenbild oder stützen sie Narrative antifeministischer Männerrechtsbewegungen? Sind sie ein Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung oder reproduzieren sie patriarchalische Strukturen, die toxische Beziehungen und Gewalt romantisieren?

In einer Zeit, in der feministische Errungenschaften zunehmend unter Druck geraten und antifeministische Bewegungen an Einfluss gewinnen, wird die Frage nach der Wirkung solcher Literatur auf junge Leserinnen und Leser hochrelevant. Dark Romance und Romantasy spiegeln gesellschaftliche Konflikte wider – von der Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen bis hin zur Frage, wie zwischen Fantasie und realen Werten unterschieden werden muss.

Warum also nicht den Lesehype im Unterricht nutzen? Diese Romane können ein Impuls sein aus der Lebenswelt Jugendlicher und junger Erwachsener heraus, um über Geschlechterbilder, sexualisierte Gewalt, über Machtverhältnisse, männliche Dominanz und Misogynie zu reflektieren und zu sensibilisieren. Sie ermöglichen es, Medien-, Sexual- und Sozialkompetenz zu fördern und gleichzeitig die politische Relevanz von Literatur in den Fokus zu rücken.

Die Podiumsdiskussion lädt dazu ein, diese Fragen aus literaturwissenschaftlicher, pädagogischer, psychologischer und gesellschaftspolitischer Perspektive zu diskutieren:

 
11. März 2026, 11:00 Uhr
didacta 2026, Köln
Halle 6, Stand F11b

 

Unsere Podiumsgäste

  • Juli Reiher – BookTokerin
  • Merle Lotter – Uni Köln Kinder- und Jugendmedienforschung
  • Gabriele Kasigkeit – Deutscher Philologenverband e. V. (DPhV)
  • Moderation: Nele Kister – Eduversum
 
Die Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e.V. ist anerkannnter Bildungsträger.

 

Tipp des Monats

Lehrer-Online erleichtert Lehrkräften den Schulalltag.

Karikatur des Monats

Weitere Karikaturen von Michael Hüter finden Sie hier.